Drehende Windmühlenflügel sind enorm wichtig für RENATA

Die Windmühle RENATA im Söruper Ortsteil Schwensby ist wunderschön anzusehen, wenn sich ihre Flügel drehen. Die geschlossenen Metalljalousien glänzen in der Sonne und lenken weithin sichtbar die Blicke auf sich.

Das ehrenamtliche Team konnte mehrfach bestätigen, dass die Besucherzahlen spürbar höher sind, wenn sich RENATAs Flügel drehen. Zudem handelt es sich hierbei um aktiven Bauten- und Denkmalschutz, der die schlimmste aller Situationen für eine Windmühle – das Kaputtstehen – verhindert: Die Lagerungen der Jalousieflügel-Klappen werden bewegt und dadurch gängig gehalten. Die Drehbewegung trocknet, auch durch die entstehenden Fliehkräfte, die Holzteile der Flügel (Sturmbretter und Hecken). Durch das Drehen der Flügel werden Erschütterungen in den Mühlenkörper übertragen, welche holzzersetzende Insekten davon abhalten, in die Hölzer einzudringen. Ein Jeder, der schon einmal bei Wind und den sich drehenden Flügeln in der Mühle war, weiß, was hiermit gemeint ist – Windmühle RENATA rattert, der Wind rauscht in den Flügeln und alles scheint in steter Bewegung zu sein.

Das aktive Ingang-Setzen der Flügel wird vom „Verein zur Erhaltung der Wind- und Wassermühlen Schleswig-Holstein Hamburg e.V.“ mit der sogenannten Drehprämie honoriert. Im Jahr 2018 berechnete sie sich an knapp 18000 Umdrehungen – für RENATAs Verhältnisse enorm wenig und ist u.a. auf ein kaputtes Lager zurückzuführen. Dennoch fließt auch diese Summe selbstverständlich wieder komplett in den Erhalt der Windmühle zurück.

Häufig wird uns die Frage gestellt, warum sich die Flügel manchmal nicht drehen, obwohl es doch windig ist.  Heiko Rosin fasst die Voraussetzungen kurz zusammen: Für die Drehung der Flügel ist mindestens Windstärke 2 nötig und darf Windstärke 7-8 nicht übersteigen. Bestenfalls weht der Wind gleichmäßig und ist nicht zu böig. Ebenso wichtig ist, dass die Kappe in den Wind gedreht werden muss, um den Wind gut auszunutzen. Während die optimale Windstärke recht häufig erreicht wird, ist es körperlich sehr anstrengend, die Kappe in den Wind zu drehen. Für eine Einzelperson ist dies nur schwer zu schaffen. Die Anschaffung einer Drehhilfe ist geplant, aber noch nicht absehbar."

Um das wichtige Drehen der Flügel mit dessen vielfachen Vorteilen zu unterstützen, wäre es wünschenswert, auf ein Netzwerk von Personen mit körperlicher Eignung und sportlichem Interesse zurückgreifen zu können, die spontan bei Wind die Kappe in den Wind drehen. Zu zweit dauert der gesamte Vorgang 20-30 Minuten – wenn die Kappe um 180° gedreht werden muss. Wer interessiert ist, darf dann gerne noch die restlichen Schritte durchführen und somit die Windmühlenflügel in Gang bringen.

In diesem Zusammenhang gibt es eine weitere Frage, die ebenfalls sehr oft vorkommt: Windmühle RENATA kann heutzutage auch Getreide mahlen, wenn kein Wind weht oder die Flügel sich nicht drehen. Belieferte Bäcker sind in der Verarbeitung auf eine gleichbleibende und verlässliche Qualität der Weizen- und Roggenschrote angewiesen. Dazu ist der eventuell unregelmäßige Wind nicht förderlich. Stattdessen sorgt ein Elektromotor für den gleichmäßigen Antrieb der Mahlsteine. Als ein Zeugnis des Fortschritts vergangener Zeiten steht auch noch ein alter Dieselmotor zur Verfügung. In der Windmühle RENATA sind alle technischen Zwischenstufen der Müllerei von 1883 bis heute tgl. von 13-17 Uhr zu besichtigen und zu erleben.